LSC will starke Rückrunde mit Platz 3 krönen
Für den Longericher SC Köln steht am Samstagabend das letzte Saisonspiel der Drittligaspielzeit 2025/26 an. Die Mannschaft von Trainer Chris Stark gastiert beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II – und hat dabei die große Chance, eine ohnehin schon herausragende Saison mit Tabellenplatz 3 abzuschließen.
Nach dem emotionalen Cologne Handball Day am vergangenen Wochenende richtet sich der Fokus beim LSC nun wieder komplett auf das Sportliche. Mehr als 3.000 Besucher waren über die beiden Veranstaltungstage rund um die Motorworld zu Gast, es war ein Meilenstein der 100 jährigen Vereinsgeschichte. Zum Abschluss hatte der LSC mit dem Heimsieg gegen Interaktiv Düsseldorf-Ratingen auch sportlich ein Ausrufezeichen gesetzt.
„Das Wochenende war für unseren Verein einfach ein riesiges Highlight“, sagt Trainer Chris Stark. „Nicht nur wegen des Sieges, sondern wegen der gesamten Atmosphäre und weil wir so viele Menschen für den LSC und den Handball in Köln begeistern konnten.“ Geschäftsführer Jens Warncke: „Das war wirklich etwas Historisches für unseren Verein. Wir wollten mehr als nur ein Handballspiel veranstalten. Wir wollten ein Erlebnis schaffen – für Kinder, Familien und alle Menschen, die Bock auf Handball haben. Dass das so funktioniert hat, macht uns extrem glücklich.“
DHB-Pokal bereits sicher – Platz drei soll folgen
Sportlich hat der LSC durch die starke Rückrunde bereits Historisches erreicht: Die Qualifikation für den DHB-Pokal steht fest. Als Dritter oder einer der besten Tabellenvieren der vier Drittligastaffeln ist der LSC sicher im nationalen Pokalwettbewerb vertreten und darf sich im August auf ein attraktives Duell gegen einen Erst- oder ambitionierten Zweitligisten freuen.
Mit einem Sieg im letzten Saisonspiel könnte der LSC sogar Tabellenplatz 3 endgültig sichern. „Wir wollen diese Saison unbedingt mit Platz drei abschließen“, betont Stark. „Das wäre ein riesiger Erfolg für uns – gerade wenn man bedenkt, welche Stimmen es im Sommer nach den vielen Abgängen gab.“ Tatsächlich wurde dem LSC nach den Karriereenden und Abgängen mehrerer Leistungsträger eher ein schwieriges Jahr prognostiziert. Stattdessen spielt die Mannschaft eine überragende Rückrunde und ist gemeinsam mit Saarlouis und Gelnhausen das formstärkste Team der Liga seit Jahresbeginn und punktgleich mit den beiden Aufstiegsanwärtern das beste Rückrunden-Team. Seit der knappen 29:30-Niederlage gegen Tabellenführer HG Saarlouis am 10. Januar blieb der LSC ungeschlagen und verlor kein weiteres Spiel mehr. Hohe Siege, emotionale Derby-Erfolge, spektakuläre Offensivauftritte und wichtige Auswärtssiege führten die Kölner Schritt für Schritt zurück in die Spitzengruppe der Liga.
Offensivhistorie möglich
Beeindruckend ist vor allem die Offensive der Kölner. Bereits jetzt stellt der LSC den torreichsten Angriff der Liga – und steht kurz vor einer besonderen Marke: Nur noch sieben Treffer fehlen zur magischen 1.000-Tore-Grenze. „Wenn das siebte Tor fällt, werde ich sicherlich kurz schmunzeln“, sagt Stark mit einem Lächeln. „Das wäre schon etwas Besonderes.“
Schwieriger Gegner wartet
Leicht wird die Aufgabe in Friesenheim-Hochdorf allerdings keineswegs. Das Hinspiel verlor der LSC deutlich mit 36:38 – eine Partie, die intern lange nachwirkte. „Das war damals ein richtiger Downer“, erinnert sich Stark. Die Mannschaft liege dem LSC mit ihrer technischen Qualität und ihrem Eins-gegen-eins-Spiel nicht besonders gut, so Stark. Gerade aus solchen Spielen habe das Team jedoch gelernt. Die Entwicklung der Mannschaft über die Saison hinweg sei deutlich sichtbar geworden. „Nach den vielen personellen Veränderungen brauchte die Mannschaft Zeit. Diese Entwicklung passiert eben nicht auf Knopfdruck. Aber die Jungs haben einen riesigen Reifeprozess hingelegt. Natürlich wollen wir jetzt Platz drei halten“, betont Stark. „Das wäre nochmal die Krönung einer ohnehin fantastischen Saison.“ Mit einem Erfolg würde der LSC zwei Punkte mehr holen als in der Vorsaison – trotz des personellen Umbruchs im Sommer.
Viele Spieler angeschlagen
Personell geht der LSC weiterhin angeschlagen in den letzten Spieltag. Mehrere Spieler kämpfen seit Wochen mit Blessuren, Lukas Martin Schulz schleppt sich aktuell mit Hüftproblemen durch die Wochen, Lennart Niehaus und Robin Kremp mit Knieproblemen. „Viele Jungs gehen auf dem Zahnfleisch“, sagt Stark. „Aber jeder will jetzt noch einmal alles reinwerfen.“
Unterstützung bekommt die Mannschaft dabei erneut von zahlreichen Fans. Ein großer Fanbus begleitet den LSC zum Saisonfinale.
„Die Begeisterung rund um den Verein ist aktuell enorm hoch“, so Stark. „Das spürt man überall.“
Emotional wird es auf jeden Fall, denn für viele LSC-Spieler ist es das letzte Spiel als Kaderspieler der Ersten. Benni Richter und Nico Pyszora beenden ihre Karriere, könnten möglicherweise aushelfen, wen das Verletzungspech zuschlägt. Loic Kaysen geht nach Großwallstadt, Michel Gerfen in die Heimat nach Ostwestfalen, um dort sein Studium fortzusetzen. Co-Trainer Sigurd Tandrup geht nach einem Jahr zurück nach Dänemark. „To be a part of LSC and start my seniortrainer-career at LSC have been one of the best choices i made. I am proud of what we realized this season. Thanks to all the LSC supporters, the volunteers, the players and of course Chris.“ Außerdem wechselt Physio Romy Schlüsselburg zu Rot Weiß Köln in die Hockey Bundesliga.
Zum Abschied freuen sich alle auf eine tolle Auswärtsfahrt, die mit 2 Punkten gekrönt werden soll.




