Punktgewinn nach großem Kampf: LSC trotzt Meister Saarlouis ein 34:34 ab
Der Longericher SC Köln hat sich in einem hochklassigen und dramatischen Heimspiel einen Punkt gegen die HG Saarlouis erkämpft. Trotz fünf fehlender Stammspieler führte der LSC über weite Strecken und ging mit einem 19:14-Vorsprung in die Pause. Am Ende stand ein 34:34 – ein Ergebnis, das angesichts des Spielverlaufs zunächst etwas schmerzte, auf das die Kölner aber vor allem stolz sein können.
Mit einer stark dezimierten Mannschaft empfing der LSC den Meister der Vorsaison und erneuten Topfavoriten HG Saarlouis. Trainerteam Chris Stark und Philipp Krüger hatte sich deshalb unter der Woche für eine taktische Anpassung entschieden und ein offensiveres Abwehrkonzept einstudiert. Das zahlte sich aus. Longerich stellte die Gäste von Beginn an vor Probleme, erzwang schwierige Abschlüsse und kam nach Ballgewinnen immer wieder ins Tempospiel.
Schon nach gut zwölf Minuten führte der LSC mit 8:4, wenig später stand es 10:5. Auch danach behaupteten die Kölner ihren Vorsprung und gingen schließlich mit einer verdienten 19:14-Führung in die Kabine.
Nach der Pause setzte sich das zunächst fort. Beim 23:16 nach knapp 35 Minuten betrug der Vorsprung sogar sieben Treffer.
Saarlouis reagierte und stellte sein Angriffsspiel zunehmend auf sieben gegen sechs um. Damit bekamen die Gäste mehr Zugriff auf die Partie und verkürzten Schritt für Schritt.
Gleichzeitig machte sich beim LSC die enorme Belastung bemerkbar. Aufgrund der zahlreichen Ausfälle mussten mehrere Spieler nahezu durchspielen. Benjamin Richter und Nico Pyszora halfen aus und sorgten für wichtige Entlastung, doch mit zunehmender Spielzeit wurde es gegen die breiter besetzten Gäste immer schwieriger, klare Chancen herauszuspielen.
Trotzdem stemmte sich Longerich mit großer Leidenschaft gegen die Wende. Nach dem zwischenzeitlichen 29:29 zog der LSC noch einmal auf 32:29 davon. Auch beim 34:32 durch Lukas Martin Schulz gut drei Minuten vor Schluss sah es nach einem Heimsieg aus. Saarlouis glich jedoch durch Pierre Halimi und Philipp Petschick zum 34:34 aus. In den letzten Sekunden hatten beide Mannschaften noch Möglichkeiten zur Entscheidung, doch es blieb bei der Punkteteilung.
„Meine Mannschaft hat heute gekämpft, wie ich es lange nicht gesehen habe. Diese Mentalität war absolut überragend“, lobte Stark seine Mannschaft. Angesichts der personellen Situation sei die Leistung gegen den Meister der Vorsaison „sensationell“. Ganz ohne Wehmut blieb das Remis dennoch nicht: „Wenn mir vorher jemand das 34:34 angeboten hätte, hätte ich sofort unterschrieben. Wenn du aber fast das ganze Spiel führst, teilweise mit fünf, sechs oder sieben Toren, ist es natürlich ärgerlich, dass du es nicht nach Hause bringst.“
Dass Saarlouis in der Schlussphase selbst noch die Gelegenheit zum Sieg hatte, rückte das Ergebnis für Stark jedoch schnell wieder in die richtige Perspektive. „Die Jungs haben ihr Kämpferherz ausgepackt und das letzte Hemd auf dem Platz gelassen. Dafür haben sie sich diesen Punkt redlich verdient.“
Die erfolgreichsten Longericher Torschützen waren Lukas Martin Schulz mit neun Treffern, Lennart Wörmann mit acht und Lennart Leitz mit sieben Toren.
Viel Zeit zur Erholung bleibt dem LSC nicht. Bereits am Mittwoch wartet das nächste Highlight: In der zweiten Hauptrunde des DHB-Pokals empfängt Longerich ein Spitzenteam aus der 2. Bundesliga. Die Rollen sind dabei klar verteilt – doch nach der kämpferischen Vorstellung gegen Saarlouis wollen die Kölner auch im Pokal ihre Chance suchen.
„Wir spielen um den Einzug ins DHB-Pokal-Achtelfinale – das hört sich allein schon genial an“, sagt Stark. „Wir wollen uns nicht kampflos ergeben, sondern genauso wie heute unsere Chance suchen. Vor allem wollen wir ein geiles Spiel abliefern, Spaß daran haben und unsere Leute mit einem Lächeln nach Hause schicken.“
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