Der Longericher SC hat eine kräftezehrende Woche mit einem Punktgewinn abgeschlossen. Gegen HLZ Friesenheim/Hochdorf II erkämpfte sich der personell stark dezimierte LSC nach fast durchgehendem Rückstand ein 30:30 (13:15). Angesichts zahlreicher Ausfälle, der Belastung durch das Topspiel gegen Saarlouis und den DHB-Pokalabend gegen Eintracht Hagen überwog anschließend die Zufriedenheit.
Die Voraussetzungen waren alles andere als einfach. Dem LSC fehlte nahezu eine komplette Besetzung an Feldspielern. Neben Werthenbreiter, Schmitz, Kämper, Henrich und Niehaus fiel auch der zuletzt aushelfende Pyschora erkrankt aus. Dafür feierte der ehemalige Longericher Christopher Wolf ein Comeback und half in der Defensive. Auch Malte Nolting kam nach seiner Verletzung bereits wieder zu einigen Minuten, während der eigentlich schon aus dem aktiven Handball verabschiedete Benjamin Richter große Spielanteile übernehmen musste.
Das machte sich vor allem bei der Chancenverwertung bemerkbar. Longerich erspielte sich zahlreiche gute Möglichkeiten, scheiterte aber immer wieder am starken Gästetorhüter. „Wir haben unglaublich viele Fahrkarten geworfen. Der gegnerische Torwart war für mich eindeutig der Spieler des Spiels“, sagt LSC-Trainer Christian Stark. „Wenn wir unsere Chancen normal verwerten, können wir deutlich über 40 Tore machen. Aber nach dieser Woche hat uns körperlich und mental einfach die letzte Frische gefehlt.“
Friesenheim/Hochdorf erwischte den besseren Start und führte schnell mit 4:1, ehe der LSC zum 4:4 ausglich. Anschließend bestimmten jedoch wieder die Gäste den Spielstand und setzten sich über 9:12 und 11:15 ab. Longerich kämpfte sich bis zur Pause immerhin auf 13:15 heran.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst ähnlich. Die Gäste legten vor und führten zwischenzeitlich mit 21:17. Doch der LSC blieb dran. Kremp und Wörmann verkürzten auf 20:21, wenig später musste Longerich beim 20:23 erneut einem Drei-Tore-Rückstand hinterherlaufen.
Mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich jedoch ein echter Kampf. Trotz der enormen Belastung arbeiteten sich die Gastgeber Tor für Tor zurück. Beim 25:25 durch Robin Kremp war erstmals seit langer Zeit wieder der Gleichstand hergestellt.
Die Schlussminuten wurden zum Krimi. Friesenheim/Hochdorf legte dreimal vor, Longerich antwortete dreimal. Schulz traf zum 26:26, Leitz zum 27:27 und Schulz per Siebenmeter zum 28:28. Dann brachte Lennart Leitz den LSC beim 29:28 erstmals in der gesamten Partie in Führung.
Doch die Gäste drehten das Spiel noch einmal zum 29:30. Nach einer Longericher Auszeit war es erneut Leitz, der 78 Sekunden vor Schluss den viel umjubelten 30:30-Ausgleich erzielte. Friesenheim/Hochdorf bekam noch die Chance auf den Siegtreffer, doch die LSC-Defensive hielt stand.
„Wenn man praktisch das ganze Spiel zurückliegt, mit so einer kleinen Besetzung antritt und nach dieser Woche wirklich auf dem Zahnfleisch geht, dann muss man mit diesem Punkt zufrieden sein“, sagt Stark. „Ich bin sogar richtig happy damit, wie die Mannschaft diesen Widerständen getrotzt hat. Die Jungs haben sich aufgeopfert.“
Besonders die verbliebenen Stammkräfte mussten enorme Einsatzzeiten absolvieren. Lukas Martin Schulz, Robin Kremp und Lennart Wörmann trugen praktisch über die gesamte Partie den Rückraum, auch Marian Dahlke, Lennart Leitz und Frederik Breithaupt waren nahezu dauerhaft gefordert. Schulz und Dahlke waren zudem bereits angeschlagen in das Pokalspiel gegen Hagen gegangen und hatten unter der Woche teilweise nicht trainieren können.
„Natürlich hätten wir so ein Spiel in den vergangenen Jahren vielleicht noch eher gezogen. Aber die aktuelle Situation ist nun einmal, wie sie ist. Deshalb ein großes Kompliment an die Burschen.“
Nach der englischen Woche kann der LSC nun erstmals wieder etwas durchatmen. Severin Henrich wird in der kommenden Woche zurückerwartet, zudem besteht Hoffnung auf weitere Rückkehrer aus dem Kranken- und Verletztenstand.
Mit einer normalen Trainingswoche soll nun die Vorbereitung auf die nächsten Aufgaben beginnen. Münster und anschließend Wallau heißen die kommenden Gegner – dann hoffentlich wieder mit etwas volleren Akkus und einem breiteren Longericher Kader.
Zusammenhängende Posts




