LSC gewinnt intensives Nachbarschaftsduell mit 31:29 (16:15) – mannschaftliche Geschlossenheit und starke Phasen nach der Pause bringen den ersten Saisonsieg
Der erste Saisonsieg ist unter Dach und Fach – und ausgerechnet im Derby: Der Longericher SC Köln hat sich am Samstagabend in einem intensiven und bis in die Schlussminuten umkämpften Duell mit 31:29 (16:15) gegen den TuS 82 Opladen durchgesetzt.
Für den LSC war es bereits der fünfte Derbysieg in Folge gegen den Nachbarn aus Leverkusen.
Dabei erwischten die Gastgeber einen Start nach Maß. Robin Kremp eröffnete nach nicht einmal einer Minute zum 1:0, ehe Torhüter Roman Babić nach einer Parade selbst zum 2:0 traf. Malte Nolting legte nach knapp drei Minuten das 3:0 nach. Auch in der Folge blieb Longerich zunächst tonangebend. Über 6:3 und 8:4 setzte sich der LSC bis zum 10:6 nach knapp 15 Minuten erstmals auf vier Treffer ab.
Danach verlor das Longericher Angriffsspiel allerdings etwas an Konsequenz. Opladen arbeitete sich Stück für Stück zurück in die Begegnung. Zwar konnte der LSC beim 11:7 und später beim 15:12 seinen Vorsprung zunächst behaupten, doch in der Schlussphase der ersten Hälfte wurden die Gäste stärker. Beim 15:15 gelang Opladen erstmals der Ausgleich, ehe Marian Dahlke 22 Sekunden vor der Pause für die knappe 16:15-Führung sorgte.
„Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, haben dann aber ein bisschen den Faden verloren. Wir waren mit unseren Chancen teilweise wieder zu schludrig und nicht mehr so druckvoll wie in den ersten Minuten. Vor allem haben wir in der Abwehr den letzten Schritt nicht mehr gemacht. Da haben uns Aggressivität und Zweikampfqualität gefehlt“, analysierte LSC-Trainer Chris Stark.
Und tatsächlich nahm Opladen den Schwung mit aus der Kabine. Zwei Treffer der Gäste drehten die Partie zunächst zum 16:17 – die erste und gleichzeitig letzte Opladener Führung des Abends.
Die Antwort des LSC fiel deutlich aus. Dahlke glich aus, Lukas Martin Schulz verwandelte einen Siebenmeter, Robin Kremp und erneut Schulz erhöhten – binnen weniger Minuten hatten die Kölner mit einem 4:0-Lauf aus dem 16:17 ein 20:17 gemacht.
Entschieden war damit allerdings noch lange nichts. Opladen kämpfte sich erneut heran und stellte in der 42. Minute auf 21:21. Wieder fand der LSC die richtige Antwort: Lennart Wörmann und zweimal Jonas Kämper sorgten mit drei Treffern in Folge für das 24:21.
Es war die vielleicht charakteristischste Phase eines rassigen Derbys, in dem sich beide Mannschaften wenig schenkten. Auch personell hatte die Intensität Folgen: Opladens Moritz Levin Werschkull sah in der 35. Minute die Rote Karte, auf Longericher Seite wurde Marian Dahlke in der 48. Minute disqualifiziert.
„Das war ein sehr umkämpftes Spiel, nicht hochklasssig. Beide Mannschaften haben sich überhaupt nichts geschenkt. Die beiden Roten Karten kann man aus meiner Sicht geben,“ so Stark.
Der LSC blieb anschließend zwar durchgehend vorne, verpasste es aber mehrfach, die Begegnung frühzeitig zu entscheiden. Drei hochkarätige Möglichkeiten – vom Kreis, im Gegenstoß und nach einem Durchbruch – blieben in einer wichtigen Phase ungenutzt.
„Da müssen wir uns an die eigene Nase packen. Wenn wir diese drei Chancen nutzen, können wir auf vier oder fünf Tore wegziehen, und dann ist das Spiel wahrscheinlich entschieden. So haben wir Opladen am Leben gelassen.“
Und die Gäste nutzten diese Chance. Nach dem 27:24 durch Robin Kremp verkürzte Opladen zunächst auf 27:25 und gut sieben Minuten vor Schluss sogar auf 27:26. Das Derby war wieder völlig offen.
Doch in der entscheidenden Phase behielt Longerich die Nerven. Wörmann traf zum 28:26, Benjamin Richter zum 29:27 und Kämper 67 Sekunden vor Schluss zum 30:27. Spätestens als Kremp 26 Sekunden vor dem Ende das 31:28 erzielte, war der fünfte Derbysieg in Folge endgültig gesichert. Opladens letzter Treffer zum 31:29 war nur noch Ergebniskosmetik.
„Ich denke, dass wir den Sieg einen Tick verdient haben, weil wir über die meiste Zeit des Spiels vorne gelegen haben. Aber es war ein ganz typisches Derby gegen Opladen. Wir haben auch in den vergangenen Jahren selten gegen sie geglänzt. Diese Spiele waren fast immer extrem umkämpft, wir mussten wirklich um jedes Tor ringen.“
Offensiv ragten beim LSC Robin Kremp mit acht Treffern und Jonas Kämper mit sechs Toren heraus. Insgesamt trugen sich elf Longericher Spieler in die Torschützenliste ein – inklusive Torhüter Roman Babić.
Gerade diese Breite passte zu dem, was Stark nach der Partie als entscheidenden Faktor hervorhob:
„Wir hatten heute sehr gute Leistungen von einzelnen Spielern. Was mich aber vor allem gefreut hat: Wir waren als Mannschaft sehr präsent. Die mannschaftliche Geschlossenheit war heute der entscheidende Faktor. Deshalb sind wir sehr zufrieden, dass wir unseren ersten Saisonsieg eingefahren haben.“
Nach den intensiven vergangenen Wochen mit DHB-Pokal und englischer Woche kann der LSC nun erstmals etwas durchatmen. Mit dem ersten Saisonsieg im Rücken wartet eine normale Trainingswoche, ehe am kommenden Wochenende das Auswärtsspiel bei Interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen auf dem Programm steht.
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