Historischer Pokalabend in Köln: LSC empfängt Eintracht Hagen
LSC KÖLN – VFL EINTRACHT HAGEN
Mittwoch, 23.09.2026, 20.00 Uhr (Einlass 19.00 Uhr)
LSC Arena, Ossietzkystraße 2, 50737 Köln
Fast 40 Jahre musste der Kölner Männerhandball auf einen solchen Abend warten: Am Mittwoch um 20 Uhr empfängt der Longericher SC Köln den Zweitligisten VfL Eintracht Hagen in der zweiten Runde des DHB-Pokals. Nach der Überraschung gegen die HSG Nordhorn-Lingen wartet auf den LSC die nächste große Herausforderung – und die Chance auf den Einzug ins Achtelfinale.
Der Blick zurück zeigt die historische Dimension der Partie. Am 14. März 1987 setzte sich die damalige SG Olympia Köln/Longerich, entstanden aus Olympia Köln und dem Longericher SC, im DHB-Pokal mit 26:23 gegen den DSC Wanne-Eickel durch. Zwei Wochen später unterlagen die Kölner in der zweiten Hauptrunde dem TuS Nettelstedt nur knapp mit 22:24.
Nun steht wieder ein Kölner Männer-Handballverein in dieser Phase des DHB-Pokals. Möglich gemacht hat dies der LSC durch seinen 37:35-Erfolg gegen den Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen im August.
„Das ist für uns schon eine historische Situation“, sagt LSC-Trainer Christian Stark. „Wir wissen natürlich, dass es solche Sensationen wie gegen Nordhorn nicht alle Tage gibt. Aber es gibt sie im Sport. Wir gehen bei 0:0 ins Spiel und wollen versuchen, über uns hinauszuwachsen und den Gegner bestmöglich zu ärgern.“
Die Rollen sind dabei klar verteilt. Mit dem VfL Eintracht Hagen kommt eine Mannschaft nach Longerich, die sich in den vergangenen Jahren in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga etabliert hat und ihren Kader nochmals mit hoher individueller Qualität verstärkt hat.
Besonders der Hagener Rückraum stellt den LSC vor eine große Aufgabe. Mit Pouya Norouzinezhad, Dustin Kraus, Jan von Boenigk und Juan de la Peña verfügt der Zweitligist über zahlreiche erfahrene und torgefährliche Akteure. Dazu kommt mit Pierre Busch einer der gefährlichsten Rechtsaußen der Liga.
„Da ist extrem viel Qualität auf dem Platz“, sagt LSC-Kapitän Lukas Martin Schulz. „Die individuelle und mannschaftliche Qualität entspricht absolut der Zweitligaspitze. Hagen ist in den vergangenen Jahren zu einer Spitzenmannschaft der 2. Bundesliga geworden.“
Umso schwieriger wird die Aufgabe aufgrund der angespannten personellen Situation beim LSC. Die Kölner müssen derzeit auf mehrere potenzielle Spieler der ersten Sieben verzichten und treten mit einem kleinen Kader an. Deshalb wird gegen den Favoriten auch Improvisation gefragt sein.
„Wir sind personell zwar momentan stark beeinträchtigt und müssen kreativ sein, aber wir werden uns das eine oder andere einfallen lassen, um Hagen zu ärgern“, erklärt Stark. „Die Ausgangslage David gegen Goliath ist aber vollkommen klar.“
Dass der LSC dennoch mit Selbstvertrauen in die Partie gehen kann, zeigte zuletzt auch die Leistung gegen die HG Saarlouis. Dabei kann Longerich auf eine besondere Atmosphäre bauen: sämtliche Sitzplätze sind bereits vergeben. Für Kurzentschlossene stehen an der Tageskasse noch Stehplätze zur Verfügung.
„Man merkt, dass sich sehr viele Handballinteressierte diesen Kampf David gegen Goliath nicht entgehen lassen wollen, schade, dass es in Köln keine größere kommunale Halle gibt, wir hätten gerne mehr Zuschauern dieses tolle Spiel ermöglicht“, sagt Stark. Das Ergebnis allein soll für ihn deshalb auch nicht darüber entscheiden, wie der Abend bewertet wird. „Unser großes Ziel ist, dass wir die Leute mit einem Lächeln nach Hause schicken. Sie sollen eine LSC-Mannschaft sehen, die ihr letztes Hemd auf dem Platz lässt und alles reinhaut, was geht. Wenn uns das gelingt, werde ich unabhängig vom Ergebnis zufrieden auf diesen Abend zurückblicken.“
Schon der Einzug in diese Pokalrunde ist für den LSC außergewöhnlich. Der Drittligist hatte sich über seine Platzierung in der vergangenen Saison für den DHB-Pokal qualifiziert und anschließend mit dem Erfolg über Nordhorn-Lingen die nächste Runde erreicht.
Die Partie gegen Hagen wird damit auch zu einem Schaufenster für die Entwicklung des Handballs in Köln.
Neben der LSC-Mannschaft in der Dritten Liga verweist Stark auf die Nachwuchsarbeit und die Zusammenarbeit im Jugendbereich mit den 2 Partnervereinen MTV und FC zur Jugendspielgemeinschaft. Junge Spieler sollen schrittweise an den leistungsorientierten Erwachsenenhandball herangeführt werden und perspektivisch den Weg in die erste Mannschaft schaffen, die Erfolge der letzten Jahre mit Bundesligateilnahme in A- und B-Jugend zeigen, das man auf einem guten Weg ist.
Am Mittwoch steht diese langfristige Entwicklung für 60 Minuten allerdings im Hintergrund. Dann geht es für den LSC gegen einen hochkarätig besetzten Zweitligisten um den Einzug ins Achtelfinale des DHB-Pokals.
„Wir werden alles daran setzen, wieder eine Top-Leistung anzubieten“, sagt Kapitän Schulz. „Wir wollen diesen Abend gemeinsam genießen und einen schönen kölschen Handballabend daraus machen.“
Im TV wird das Spiel bei DYN zu sehen sein.
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