Ein Pokalabend, auf den der Kölner Handball stolz sein kann
Der Longericher SC Köln hat seine besondere Reise im DHB-Pokal mit einer starken Vorstellung gegen den Zweitligisten VfL Eintracht Hagen beendet.
Das 32:40 am Ende fiel deutlich höher aus, als es der Spielverlauf lange vermuten ließ. Mehr als drei Viertel der Partie begegnete der LSC dem Favoriten auf Augenhöhe, kämpfte sich nach Rückständen immer wieder zurück und glich in der zweiten Halbzeit sogar zum 25:25 aus. Erst in der Schlussphase setzte sich die größere personelle Breite des Zweitligisten durch.
Doch dieser Abend war weit mehr als das Ergebnis auf der Anzeigetafel. Nach dem sensationellen Pokalerfolg gegen die HSG Nordhorn-Lingen durfte der LSC erneut einen hochklassigen Zweitligisten in Köln empfangen. Für den Verein, seine Mannschaft und auch für den Kölner Handball insgesamt war dieses Spiel eine besondere Bühne – und eine, auf der sich Longerich eindrucksvoll präsentierte.
Von Beginn an zeigte die Mannschaft von Christian Stark, dass sie diese Bühne nicht nur genießen, sondern sportlich nutzen wollte. Hagen brachte seine individuelle Qualität und sein hohes Tempo auf die Platte und setzte sich im Verlauf der ersten Hälfte zwischenzeitlich deutlicher ab. Doch der LSC ließ sich nicht abschütteln.
Beim 11:12 durch Lennart Leitz war Longerich zunächst wieder unmittelbar dran, ehe Hagen auf 11:17 davonzog. Statt sich vom Favoriten überrollen zu lassen, kämpften sich die Gastgeber erneut zurück. Lukas Martin Schulz, Robin Kremp, Lennart Wörmann und Severin Henrich verkürzten, ehe Torwart Roman Babic kurz vor der Pause ins leere Tor warf und den 16:19-Halbzeitstand herstellte.
Schon zu diesem Zeitpunkt war zu spüren: Der LSC war an diesem Abend nicht gekommen, um lediglich Teil eines Pokalspiels zu sein. Nach der Pause entwickelte sich daraus endgültig ein echter Pokalfight. Robin Kremp traf zum 17:19, Frederik Breithaupt zum 18:19. Hagen legte immer wieder vor, Longerich kam immer wieder zurück. Schulz verkürzte auf 22:24, Babic auf 23:24 und Henrich auf 24:25.
Dann folgte einer dieser Momente, für die solche Pokalabende gemacht sind: Frederik Breithaupt erzielte in der 43. Minute das 25:25.
Der Drittligist hatte den Zweitligisten eingeholt. Die nächste Pokalüberraschung schien plötzlich tatsächlich möglich. Die Halle bebte, so laut war es wohl noch nie in der CVO-Halle.
Hagen antwortete zwar mit zwei Treffern, doch auch davon ließ sich Longerich zunächst nicht beeindrucken. Lennart Leitz traf in der 46. Minute zum 26:27. Eine Viertelstunde vor Schluss war alles offen.
Erst danach gelang es den Gästen, ihre größere personelle Breite entscheidend auszuspielen. Über Philip Jungemann und Pierre Busch setzte sich Hagen auf 26:30 ab und baute den Vorsprung anschließend weiter aus. Der enorme Aufwand der vorherigen 45 Minuten machte sich beim LSC nun bemerkbar, während der Zweitligist weiter frische Qualität von der Bank bringen konnte.
Doch auch beim 26:34 steckte Longerich nicht auf. Robin Kremp traf dreimal, Lukas Martin Schulz verkürzte auf 30:36 und 31:37 und Marian Dahlke erzielte in der 58. Minute das 32:38. Benedikt Israel und Frederik Puls sorgten schließlich für den 32:40-Endstand.
Dass die Enttäuschung unmittelbar nach dem Abpfiff trotzdem da war, gehörte zu diesem Abend dazu. Wer einen Zweitligisten so lange fordert und beim 25:25 plötzlich die Chance auf die nächste Sensation spürt, will am Ende natürlich mehr.
Gerade deshalb überwog mit etwas Abstand vor allem eines: Stolz.
„Natürlich tut es direkt nach dem Spiel erst einmal weh, weil wir lange das Gefühl hatten, dass hier vielleicht wieder etwas möglich ist“, lautete die emotionale Einordnung nach dem Abpfiff von Trainer Chris Stark. „Aber wenn man sich anschaut, was die Jungs heute geleistet haben, können wir unglaublich stolz sein. Wir haben einem richtig guten Zweitligisten über 45 Minuten alles abverlangt.Und wenn dann hier die Mannschaft mit den fantastischen Fans En unsrem Veredle singt, dann spürt jeder in der Halle das Besondere am LSC. Gefällt mir.“ Dann blickte Stark bereits nach vorne: „Am Samstag kommt mit Hochdorf eine formstarke Mannschaft in unsere Halle, da müssen wir wieder gut erholt sein und frisch für ein tolles Handballspiel.“
AFTER GAME: Insta Video
Zusammenhängende Posts




