46 Tore, 14 Treffer Vorsprung und der dritte Sieg in Folge: Der Longericher SC begeistert gegen den TSV Bayer Dormagen II mit temporeichem Angriffshandball. Zuvor sorgen 18 Bambini- und Mini-Mannschaften sowie die Frauen des 1. FC Köln für einen rundum gelungenen Handballtag in der LSC-Arena.
Ein Handballsamstag, wie man ihn sich in Longerich kaum schöner wünschen könnte: Zunächst verwandelten 18 Bambini- und Mini-Mannschaften die LSC-Arena in ein buntes Kinderhandballfest. Anschließend feierten die Frauen des 1. FC Köln in der 3. Liga einen deutlichen Erfolg gegen den Thüringer HC II. Den krönenden Abschluss lieferte schließlich der Longericher SC, der die Zweitvertretung des TSV Bayer Dormagen mit einem beeindruckenden 46:32-Heimsieg nach Hause schickte.
Für die Kölner Handballfans war es ein rundum gelungener, vor allem aber ausgesprochen torreicher Tag. Der LSC überzeugte dabei mit einer offensiven Glanzleistung und setzte seine Erfolgsserie mit dem dritten Sieg hintereinander fort.
Fehlstart schnell korrigiert
Dabei begann das Derby für die Gastgeber alles andere als nach Wunsch. Während Dormagen seine ersten Angriffe konsequent abschloss, ließ der LSC zunächst mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt. Drei Fehlwürfe in den ersten fünf Angriffen und zwei Ballverluste, die Dormagen zu schnellen Gegenstößen nutzte, führten zu einem frühen 2:7-Rückstand.
„Wir haben uns diese Bürde selbst auferlegt. Dormagen hat zunächst praktisch alles getroffen, während wir unsere Chancen nicht genutzt und zusätzlich noch zwei Bälle weggeworfen haben“, analysierte LSC-Trainer Chris Stark.
Doch die Reaktion der Kölner ließ nicht lange auf sich warten. Mit einer deutlichen Steigerung im Angriff und einem immer besseren Tempospiel kämpfte sich der LSC eindrucksvoll zurück. Bereits in der elften Minute gelang der Ausgleich. Von diesem Zeitpunkt an kippte die Begegnung zunehmend zugunsten der Gastgeber.
„Das war wirklich bemerkenswert, wie schnell die Mannschaft diesen Rückstand korrigiert hat. Ab der achten oder zehnten Minute haben wir tollen Angriffshandball gespielt und das Tempo immer weiter erhöht“, zeigte sich Stark begeistert.
Schulz und Kremp mit überragender Offensivleistung
Zwei Akteure ragten aus der ohnehin starken Longericher Offensive besonders heraus: Lukas Martin Schulz und Robin Kremp. Beide waren für die Dormagener Defensive kaum zu kontrollieren und erzielten zusammen beeindruckende 24 Feldtore.
Schulz steuerte elf Treffer bei, während Kremp mit 13 Toren bei nur 17 Wurfversuchen eine herausragende Trefferquote erreichte.
Bereits zur Halbzeit hatten sich die Kölner einen komfortablen Vorsprung erarbeitet. Doch anstatt das Tempo zu reduzieren, präsentierte sich der LSC auch nach dem Seitenwechsel voller Spielfreude und Torhunger.
Auch mit kleinem Kader nicht zu stoppen
Bemerkenswert war die Leistung auch angesichts der weiterhin angespannten personellen Situation. Erneut standen den Longerichern lediglich zwölf Spieler zur Verfügung. Da Severin Henrich unter der Woche erkrankt war, gab es im Rückraum praktisch keine Wechselmöglichkeiten. Malte Nolting fehlt mit Fingerverletzung.
Zusätzlich musste der LSC in der zweiten Halbzeit auf Nico Pyszora verzichten, der nach einem unglücklichen Treffer im Gesicht eines Gegenspielers die Rote Karte sah.
„Das war sicherlich eine vertretbare Entscheidung. Für uns war es natürlich trotzdem bitter, weil wir ohnehin kaum Wechselmöglichkeiten hatten“, erklärte Stark.
Doch auch dieser Rückschlag brachte die Longericher nicht aus dem Konzept. Die Gastgeber hielten das Tempo hoch, fanden immer wieder erfolgreiche Abschlüsse und bauten ihren Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf 16 Tore aus.
Angesichts der Offensivleistung schien zeitweise sogar die Marke von 50 Treffern erreichbar. Erst als der Dormagener Torhüter in der Schlussphase besser ins Spiel fand, wurde der Longericher Torhunger etwas gebremst.
„46 eigene Treffer sind einfach überragend. Da gibt es überhaupt nichts zu meckern“, freute sich Stark.
Einzig die Defensivarbeit ließ in der zweiten Halbzeit mit zunehmender Spieldauer etwas nach. Nach der hohen Führung fehlte phasenweise die letzte Konsequenz, sodass die Gäste noch zu einigen vergleichsweise einfachen Torerfolgen kamen.
Auch die Torhüter trugen ihren Teil zum überzeugenden Auftritt bei. Lennard Kull stand in der ersten Halbzeit zwischen den Pfosten, Roman Babic übernahm nach dem Seitenwechsel. Beide zeigten gute Leistungen und gaben ihrer Mannschaft den nötigen Rückhalt.
Dritter Sieg in Folge – jetzt wartet eine kurze Pause
Mit dem deutlichen Derbyerfolg gegen den geografischen Nachbarn aus Dormagen feierte der LSC den dritten Sieg in Folge. Ein Erfolg, der aufgrund der sportlichen Rivalität beider Vereine, die bereits im Jugendbereich beginnt, besonders viel Freude bereitete.
Nach drei Siegen hintereinander kann der Longericher SC nun etwas entspannter in das bevorstehende spielfreie Wochenende (Länderspielpause) gehen. Anschließend steht die nächste Auswärtsaufgabe bei der HSG Hanau auf dem Programm.
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