Offensivspektakel in Melsungen – LSC gewinnt 44:29 und klettert weiter nach oben
Der Longericher SC Köln hat bei der MT Melsungen II einen eindrucksvollen 44:29-Auswärtssieg (19:16) gefeiert und damit seine starke Form der vergangenen Wochen bestätigt. Mit 44 geworfenen Toren schaffte man einen LSC-Drittliga-Auswärts-Tore-Rekord.
Mit nunmehr 162 Toren in den letzten vier Spielen untermauert der LSC seine derzeitige Offensivstärke und führt mittlerweile die Statistik der meisten Tore pro Spiel in der 3. Liga Süd-West an.
Erste Halbzeit: Führung erarbeitet, nicht geschenkt
So deutlich das Endergebnis wirkt – die Partie war vor allem in der ersten Halbzeit keineswegs ein Selbstläufer. Melsungen startete mutig, ging mit 4:3 in Führung, ehe der LSC mit einem 6:0-Lauf auf 9:4 stellte.Bis zum 14:8 hatte Köln das Spiel gut im Griff. Doch ab der 20. Minute schlichen sich Unkonzentriertheiten ein. Zwei, drei schnelle Ballverluste wurden von der jungen Melsunger Mannschaft konsequent im Tempospiel bestraft. Statt die Führung weiter auszubauen, schrumpfte der Vorsprung wieder. Zur Pause stand dennoch eine verdiente 19:16-Führungauf der Anzeigetafel
Trainer Chris Stark ordnete die Phase so ein:
„Das Ergebnis sieht locker aus, aber solche Spiele müssen hart erarbeitet werden. In der ersten Halbzeit hatten wir eine Phase, in der wir zu fahrig waren. Fehler vorne bedeuten in dieser Liga fast immer Tempogegenstoß gegen dich – das hat Melsungen gut gemacht.“
Zweite Halbzeit: Vom 20:18 zum 27:19 – die Entscheidung
Der Start in die zweite Hälfte verlief zunächst holprig. Drei Fehlwürfe ermöglichten Melsungen, auf zwei Tore zu verkürzen. Doch genau in dieser Phase zeigte der LSC seine Qualität.
Vom 20:18 zog Köln auf 27:19 davon und stellte damit die Weichen endgültig auf Sieg
Die Defensive stabilisierte sich spürbar, Ballgewinne wurden konsequent genutzt. Besonders effektiv agierte der LSC gegen das 7-gegen-6 der Gastgeber – mehrere Ballgewinne führten zu Treffern ins leere Tor. Insgesamt erzielte Köln sieben sogenannte „Empty-Net-Goals“.
„Vom 20:18 zum 27:19 haben wir ganz klar gezeigt, wer die Punkte will. Da hatten wir Spielwitz, Tempo und eine viel bessere Abwehr. Das war dann schon sehr reif“, so LSC-Trainer Chris Stark.
In der Schlussphase blieb der LSC trotz personeller Wechsel konsequent, hielt das Tempo hoch und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Beim 44:29 war die Partie deutlich entschieden.
Breite Offensive begeistert erneut
Mit 44 Toren setzte der LSC sein Offensiv-Feuerwerk fort. Besonders erfreulich: Jonas Kämper (9 Tore), Lukas Martin Schulz (7 Treffer), Robin Kremp (6 Tore) waren aus dem Rückraum, der junge Lars Becker (18 Jahre) erzielte 5 Tore.
Gerade Becker nutzte seine Chance eindrucksvoll und rechtfertigte das Vertrauen des Trainerteams.
„Es freut mich enorm, dass Lars sich so belohnt hat. Das zeigt, warum wir ihm diese Minuten geben. Insgesamt war das eine mannschaftlich geschlossene Leistung – genau das brauchen wir.“
Wermutstropfen: Schulter bei Bertenbreiter
Einziger Dämpfer des Abends war die Schulterverletzung von Mats Bertenbreiter. Der junge Kreisläufer zog sich bei einer Abwehraktion eine Blessur im Bereich der Rotatorenmanschette zu. Eine genaue Diagnose steht noch aus.
Einordnung: Hausaufgaben gemacht
Mit dem Auswärtssieg verbessert sich der LSC tabellarisch weiter und hält Tuchfühlung zu den internen „Champions-League-Plätzen“ (Rang drei und vier). Die Ausgangslage bis Ostern bleibt vielversprechend.
„Wir wollten unsere Hausaufgaben machen – und das haben wir. Die Art und Weise, wie wir aktuell angreifen, ist genau der Handball, den wir spielen wollen: schnell, attraktiv, mutig.“




