Für den Longericher SC Köln steht am Samstag das nächste Auswärtsspiel in der 3. Liga Süd-West an. Die Mannschaft reist zur MT Melsungen II – einer der drei U23-/Reserve-Teams in der Staffel.
Die Ausgangslage wirkt auf dem Papier klar: Der LSC rangiert mit 27:15 Punkten auf Platz sechs, Melsungen II steht mit 15:27 Zählern im unteren Tabellendrittel, hat aber genügend Abstand zur unmittelbaren Abstiegszone.
Gerade solche Partien haben es jedoch in sich. Melsungen II ist – typisch für zweite Mannschaften – ein sehr junges, talentiertes Team, das hohes Tempo gehen kann und spielerisch gut ausgebildet ist. Zudem ist es bei Reserve-Teams nie auszuschließen, dass punktuell Akteure aus dem erweiterten Bundesliga-Kader oder dem Profiumfeld eingesetzt werden.
Gefährlicher Gegner trotz Tabellenplatz
Die MT hat einen Großteil ihrer Punkte gegen Teams aus dem unteren Tabellenbereich geholt. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass solche Mannschaften in einzelnen Spielen enorme Qualität abrufen können – gerade dann, wenn sie befreit aufspielen und der Gegner nicht schnell „auf Betriebstemperatur“ kommt. Genau darin sieht der LSC die zentrale Herausforderung: weniger ein physisches oder taktisches Thema, sondern vor allem eine mentale.
Denn das Auswärtsspiel in Melsungen ist auch ein klassisches „Sandwich-Spiel“: Hinter dem LSC liegen intensive Duelle gegen direkte Konkurrenten, vor der Brust wartet mit dem Derby gegen Opladen bereits das nächste Highlight. Spiele gegen Topteams zu Hause „zünden“ häufig automatisch – volle Halle, hohe Spannung, klare Saison-Highlights. In einer kleinen, eher nüchternen Auswärtssituation muss der Fokus dagegen aktiv hergestellt werden.
Marschroute: Stabil verteidigen, Tempo aufziehen
Sportlich ist die Richtung klar: Der LSC will über stabile Abwehrarbeit und das eigene Tempospiel kommen. Die Kölner Offensive läuft – zuletzt erzielte man sowohl in Schalksmühle als auch gegen Rodgau über 40 Tore. Insgesamt zählt der LSC weiterhin zu den offensivstärksten Teams der Liga und will diese Stärke auch in Melsungen auf die Platte bringen.
„Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Gegen diese jungen Teams brauchst du in der 3. Liga die volle Intensität, sonst wird es unangenehm“, lautet die Botschaft von Trainer Chris Stark.
Blick auf die Tabelle: Chance, weiter nach oben zu klettern
Mit Blick auf die Tabelle bleibt es für den LSC spannend: Die Liga ist extrem eng, und bis Ostern bietet sich eine Phase, in der Köln mit konstanten Ergebnissen weiter Druck auf die Teams vor sich ausüben kann. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass man gerade in Spielen wie in Melsungen konsequent punktet.
Der Fokus ist daher bewusst eng: nicht auf Rechenspiele, nicht auf mögliche direkte Duelle anderer Teams – sondern auf den nächsten Gegner und eine Leistung, die den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Trainer Stark: „Wir denken von Spiel zu Spiel und wollen zunächst unsere Hausaufgaben machen, bevor wir über Tabelle sprechen. Das ist erst mal eh schwer genug, denn jeder Gegner in der 3.Liga ist eine große Herausforderung. Fakt ist: wir haben gerade richtig Bock, in der Truppe ist gerade ein prima Spirit, wir sind hungrig auf weitere Siege.“




