LSC Köln verpasst Punkt gegen Tabellenführer in letzter Sekunde
Der Longericher SC Köln hat zum Rückrundenauftakt eine denkbar knappe und zugleich bittere Niederlage hinnehmen müssen. Gegen den Tabellenführer HG Saarlouis unterlag die Mannschaft von Trainer Chris Stark trotz großen Kampfes und leidenschaftlicher Leistung mit 29:30 (12:17). Am Ende fehlte nur ein Wimpernschlag – und dennoch wurden die Kölner von den 420 Zuschauern in der LSC-Arena mit Standing Ovations verabschiedet.
Es war ein Spiel auf Augenhöhe, in dem sich der LSC – erneut ohne Kapitän und Toptorschützen Lukas Martin Schulz – mit allem, was das Team hatte, gegen den Favoriten stemmte. Über weite Strecken waren die Gastgeber mindestens gleichwertig, phasenweise sogar die bessere Mannschaft. Umso schmerzhafter war die Erkenntnis nach Spielende: Ein Punkt wäre hochverdient gewesen, blieb aber aufgrund einer nicht optimalen Chancenverwertung und einer kurzen Schwächephase vor der Pause aus.
Ausgeglichenes Low-Scoring-Game bis zur 25. Minute
Von Beginn an entwickelte sich eine intensive und ausgeglichene Partie, die zunächst von starken Defensivreihen geprägt war. Es zeichnete sich früh ein Low-Scoring-Game ab, in dem die Führung mehrfach wechselte. Der LSC verteidigte leidenschaftlich und fand im Angriff immer wieder gute spielerische Lösungen, ließ jedoch einige klare Chancen liegen.
Auf Kölner Seite überzeugte vor allem Roman Babić früh mit wichtigen Paraden, während Saarlouis-Keeper Daniel Schlingmann in der ersten Halbzeit mehrfach eine mögliche Kölner Führung verhinderte – ob aus dem Gegenstoß, von außen, vom Kreis oder aus dem Rückraum. Dennoch war die Partie bis zum 12:11 (25. Minute) völlig offen.
Entscheidende Phase vor der Halbzeit
Die letztlich spielentscheidende Phase folgte zwischen der 24. und 30. Minute. In dieser kurzen, aber entscheidenden Spanne leistete sich der LSC mehrere technische Fehler, ließ beste Chancen ungenutzt und traf gleich zweimal nur den Pfosten. Saarlouis nutzte diese Phase eiskalt aus, konterte konsequent und setzte sich Tor um Tor ab. So gingen die Gäste mit einer Fünf-Tore-Führung (12:17) in die Pause – eine Hypothek, die sich später als zu groß erweisen sollte.
„Bis dahin war es ein Top-Spiel von uns. Aber dann leisten wir uns zu viele einfache Fehler in Serie – das bricht dir gegen so eine Mannschaft das Genick“, analysierte Trainer Chris Stark nach der Partie.
LSC zeigt Moral und kommt immer wieder zurück
Doch der LSC kam mit viel Energie aus der Kabine. Köln blieb konzentriert, erhöhte den defensiven Druck und zeigte eine beeindruckende kämpferische Reaktion. In der zweiten Halbzeit agierte die Abwehr wieder kompakter, Torwart Robin Kull entschärfte mehrere Großchancen der Gäste – ebenso wie zuvor Roman Babić im ersten Durchgang.
Angeführt vom erneut überragenden Lennart Niehaus (12 Tore, davon 7 Siebenmeter) kämpfte sich der LSC Tor um Tor heran. Mehrfach gelang der Ausgleich (22:22, 23:23, 24:24, 26:26, 27:27), und über weite Strecken der zweiten Halbzeit hatte man das Gefühl, dass das Momentum auf Kölner Seite lag. Saarlouis konnte sich jedoch immer wieder knapp absetzen – auch, weil der LSC weiterhin beste Chancen ungenutzt ließ.
Dramatische Schlussphase ohne Happy End
In der Schlussphase wurde es dramatisch: Nach einem Drei-Tore-Rückstand stellte der LSC auf eine offensive Deckung um, gewann zweimal den Ball und verkürzte auf 29:30. Der letzte Angriff der Gäste wurde erfolgreich verteidigt. 25 Sekunden vor Schluss nahm Köln die Auszeit, ging volles Risiko mit dem siebten Feldspieler – und wurde belohnt: Foul in der Abwurfzone, Siebenmeter mit der Schlusssirene.
Niehaus, zuvor sicher vom Punkt, scheiterte diesmal am Saarlouiser Torwart. Der Jubel gehörte den Gästen – und nicht den Rot-Weißen, die sich einen Punkt mehr als verdient gehabt hätten.
Respekt von den Rängen und Blick nach vorn
Am Ende standen eine starke Leistung, ein leidenschaftlicher Auftritt und ein großer Fight – aber keine Punkte. Dennoch verließen die Spieler erhobenen Hauptes das Feld und wurden von den Fans mit langanhaltendem Applaus und Standing Ovations gefeiert.
„Das war ein Auftritt, auf den wir aufbauen können. Wir haben gesehen, dass wir auch gegen das beste Team der Liga mithalten können. Ein Punkt wäre verdient gewesen – aber wir schauen nach vorne“, sagte Geschäftsführer Jens Warncke.
Nach dem 16. Spieltag rangiert der LSC mit 19:13 Punkten auf Platz sieben. Viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht: Bereits am kommenden Wochenende wartet mit dem aktuellen Tabellenzweiten TV Gelnhausen das nächste Topspiel.
Longericher SC Köln – HG Saarlouis 29:30 (12:17)
Zuschauer: 420
LSC-Aufstellung:
Kull, Babić – Wörmann (5), Pyszora (1), Henrich (1), Richter (3), Gerfen, Bertenbreiter, Niehaus (12/7), Leitz, Kaysen (2), Nolting (1), Kremp (1), Becker, Kämper (3)





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